Fakeshops erkennen: So entlarven Sie Abzocker und Betrüger

Onlineshopping Symbolbild
(Foto: stock.adobe.com/ty/306639858)

Sie kaufen gern im Internet ein und möchten vor einer Bestellung herausfinden, ob der Onlineshop seriös ist? Wir erklären in diesem Ratgeber, woran Sie unseriöse Onlineshops, Abzocker und Betrüger problemlos erkennen.

Beim Onlineshopping im Internet ist es besonders wichtig, dass der Einkauf in dem jeweiligen Shop sicher ist. Deshalb sollten Sie den Webshop immer genau unter die Lupe nehmen. Das trifft vor allem dann zu, wenn Sie das erste Mal in dem Onlineshop bestellen und Sie möglicherweise keine sicheren Zahlungswege nutzen.

Immer häufiger stellen Abzocker Fakeshops ins Internet. Dabei handelt es sich um Onlineshops, die tatsächlich gar nicht existieren. Heute ist es kein Problem, einen Webshop mit schöner Optik ins Internet zu stellen. Die Informationen auf der Webseite sind meist frei erfunden, gefälscht oder werden missbräuchlich verwendet. Täglich fallen neue Kunden auf die Fakeshop-Masche der Betrüger herein. Der Schaden dürfte sich monatlich im Millionenbereich bewegen. Wir erklären nachfolgend, wie Sie Onlineshops überprüfen und so auf keinen Fakeshop hereinfallen.


Wie funktionieren Fakeshops?

Bei einem Fake Shop handelt es sich um einen Onlineshop der nur in der virtuellen Welt existiert. Alle Angaben auf der Webseite sind frei erfunden oder die Daten werden missbraucht. Das Design, die AGB und andere Texte werden entweder von anderen Webseiten kopiert oder stammen von Website-Baukästen. Bilder und Produktbeschreibungen können heute problemlos aus Datenbanken importiert oder kopiert werden. Wichtig: Den angegebenen Betreiber des Shops gibt es nicht.

In Fake-Shops zahlen Sie in der Regel per Vorkasse via Banküberweisung. Das ist die unsicherste Zahlungsmethode, da Sie das gesamte Risiko übernehmen. Bleibt die Lieferung aus, ist Ihr Geld verloren. In einigen Fakeshops können Sie auch mit Ihrer Kreditkarte bezahlen. Allerdings geht es dort häufig nur darum, dass Sie Ihre Kreditkartendaten eingeben. Der Zahlungsprozess funktioniert in der Regel nicht. Die Betrüger haben jedoch Ihre Kreditkartendaten und können diese missbrauchen. Nachdem Sie in einem Fake Shop per Vorkasse Geld überwiesen haben, hören Sie nie wieder etwas von dem Webshop. Die Warenlieferung bleibt aus und Ihr Geld ist weg. Greifbar ist niemand, da alle Daten gefälscht sind.

Wie finden Sie heraus ob ein Online Shop seriös ist?

Es gibt einige Merkmale, an denen Sie Fakeshops relativ leicht erkennen können. Sie müssen nur darauf achten und sollten sich nicht von den scheinbaren Schnäppchen in die Falle locken lassen. Je mehr Punkte unklar sind, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie es mit einem Fakeshop zu tun haben.

Wichtig: Bestellen Sie nach Möglichkeit nie vom Smartphone. Die meisten Bestellungen in Fakeshops werden vom Handy ausgelöst. Aufgrund des kleinen Displays sehen Sie zu wenig Informationen, sodass Ungereimtheiten schwerer auffallen.

Schnäppchen locken in die Falle

Besonders vorsichtig sollten Sie sein, wenn Sie ein sehr günstiges Angebot im Internet finden. Gibt es das Produkt in keinem anderen Onlineshop zu einem vergleichbaren Preis und handelt es sich bei dem Verkäufer um einen neuen und unbekannten Webshop, dann müssen Sie diesen besonders genau prüfen.

Passt die Webadresse zum Onlineshop?

Schauen Sie sich die Webadresse des Onlineshops an. Passt diese zum Inhalt der Webseite? Wenn eine Arztpraxis oder eine Rechtsanwaltskanzlei plötzlich Schuhe oder Kleider verkauft, dann ist in der Regel etwas faul. Achten Sie immer auch auf die Domainendung (.de für Deutschland). Bei exotischen Domainendungen raten wir zu großer Vorsicht.

Unsichere Zahlungswege

In Fakeshops werden oft vollmundige Versprechungen gemacht. Angeblich können Sie per PayPal oder sogar per Rechnung bezahlen. An der virtuellen Kasse sieht es dann plötzlich ganz anders aus. Dort bleibt oft nur die unsichere Zahlung per Banküberweisung übrig. Manchmal können Sie auch per Kreditkarte bezahlen. Doch in Fakeshops werden an dieser Stelle nur Ihre Kreditkartendaten entwendet. Damit können die Kriminellen auf Einkaufstour gehen. Nehmen Sie Abstand, wenn Sie nur per Vorkasse via Banküberweisung bezahlen können.

Hinzu kommt, dass Sie in Fakeshops die Bankverbindung für die Überweisung häufig per E-Mail zugesandt bekommen. Das hat System, denn die Bankverbindungen sind oft nur kurze Zeit gültig. Zudem handelt es sich nicht selten um eine ausländische Bankverbindung, was Sie an den ersten zwei Stellen der IBAN erkennen. Steht dort nicht DE, sollten Sie besonders vorsichtig sein.

Gefälschtes Impressum

In neuen und Ihnen noch unbekannten Onlineshops sollten Sie immer das Impressum prüfen. Dieses ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Fehlt das Impressum, handelt es sich wahrscheinlich um einen Fakeshop. Doch auch wenn es ein Impressum gibt, sollten Sie dieses genau überprüfen. In Fakeshops sind die Firmen oft erfunden oder es werden Daten von Unternehmen missbraucht, die mit dem Webshop gar nichts zu tun haben. Recherchieren Sie vor dem Kauf ganz genau und prüfen Sie alle Angaben gewissenhaft.

Prüfen Sie die Telefonnummer

Überprüfen Sie, ob der Onlineshop telefonisch erreichbar ist. Es genügt nicht, wenn Sie auf der Webseite eine Telefonnummer sehen. Rufen Sie in jedem Fall an und stellen Sie eine belanglose Frage. Bei Fakeshops werden Sie feststellen, dass es entweder gar keine Telefonnummer gibt, die angegebene Nummer nicht vergeben ist oder die Rufnummer missbraucht wird.

Käuferschutz- und Gütesiegel

Häufig werden in Fakeshops zahlreiche Gütesiegel wie das Trusted Shops-Sigel verwendet. Allerdings werden die Siegel missbraucht, da die Onlineshops gar nicht zertifiziert sind. Prüfen Sie also ganz genau, ob der Onlineshop die Siegel zurecht führt.

Kundenbewertungen können gefälscht sein

Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Kundenbewertungen. Diese können vor allem auf der eigenen Webseite des Onlineshops gefälscht sein. Viel wichtiger ist, dass Sie sich nach Bewertungen im Internet umschauen. Hier bekommen Sie oft die ersten Hinweise auf einen Fakeshop.

Die Texte verraten Fakeshops

Auch die Texte auf der Webseite sollten Sie genau unter die Lupe nehmen. Häufig werden diese von anderen Webseiten kopiert und passen deshalb in Details nicht zu der Seite. Außerdem handeln die Betrüger häufig aus dem Ausland. In Fakeshops sehen Sie oft einen Mix aus deutscher und englischer Sprache.

Verschlüsselte Übertragung ist Pflicht

Bestellen sollten Sie in einem Webshop nur dann, wenn die Übertragung auf der Webseite per HTTPS geschützt ist. Das sehen Sie bei den meisten Browsern anhand eines Schlosses vor der Webadresse oder dem Schriftzug „Sicher“. Ist die Seite nicht per HTTPS erreichbar, sollten Sie von einer Bestellung absehen.

Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl

Wir empfehlen, dass Sie auf Ihr Bauchgefühl hören. Lassen Sie sich vor allem nicht vom Preis leiten und nehmen Sie im Zweifelsfall lieber Abstand von einem Onlineshop, wenn Sie kein gutes Gefühl haben. Die Abzocker möchten nur an Ihr Geld. Haben Sie einmal bezahlt, werden Sie nie wieder etwas von den Fakeshop-Betreibern hören. Doch bis dahin überzeugen die Kriminellen Fakeshop-Betreiber oft mit einer guten Kommunikation.

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