Onlineshopping im Ausland: Darauf müssen Sie achten, das hat sich geändert

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(Foto: stock.adobe.com/Scanrail)

Das Internet kennt keine Grenzen. Doch beim Onlineshopping sollten Sie wachsam sein. Der Einkauf in einem ausländischen Onlineshop kann teuer werden. Wir erklären, welche Probleme zu erwarten sind und worauf Sie achten sollten.

Günstige Angebote sind im Internet dank Suchmaschinen schnell gefunden. Bei der Bestellung sollten Sie jedoch nicht so schnell sein. Denn beim Einkauf im Internet lauern jede Menge gefahren. Zunächst könnten Sie an einen Fakeshop geraten, der zwar Ihr Geld kassiert, aber keine Ware liefert. Deshalb sollten Sie Ihnen unbekannte Webshops zunächst mit unserem Fakeshop-Ratgeber überprüfen.

Im Internet kaufen Sie mit wenigen Mausklicks im Lädchen um die Ecke oder auf einem anderen Kontinent ein. Was beim Einkauf zunächst kein Problem ist, könnte nach dem Einkauf zu großen Schwierigkeiten führen. Denn es kommen möglicherweise zusätzliche Kosten auf Sie zu, wenn Sie im Ausland einkaufen.

Einkauf im Ausland: Diese Probleme kommen auf Sie zu

Es gibt eine ganze Reihe an Problemen, die nach einem Einkauf in einem ausländischen Onlineshop auf Sie zukommen können. Dabei gilt der Grundsatz, je weiter der Händler weg ist, umso größer sind die Probleme. Kaufen Sie in Europa ein, ist das Risiko dagegen noch überschaubar. Auf die nachfolgenden Schwierigkeiten müssen Sie sich einstellen:

  • Kosten: Kaufen Sie außerhalb der Europäischen Union ein, müssen Sie möglicherweise zusätzlich zu dem bezahlten Kaufpreis noch Steuern und Zollgebühren bezahlen. Außerdem sind die Versandkosten extrem hoch, vor allem wenn Sie ein Produkt zurückgeben möchten.
  • Rechtslage: Kaufen Sie in einem ausländischen Onlineshop ein, der sich nicht an deutschsprachige Verbraucher richtet, könnte das Recht in einem anderen Land gelten. Dadurch werden Sie möglicherweise deutlich benachteiligt. Welches Recht gilt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. So wird betrachtet, ob das Unternehmen seine Handelstätigkeit auf den Mitgliedstaat des Verbrauchers ausgerichtet hat.
  • Verbraucherrechte: Unabhängig davon, welches Recht im konkreten Fall gilt, müssen Sie Ihre Verbraucherrechte im Zweifelsfall durchsetzen. Bestellen Sie beispielsweise in einem sogenannten China-Shop, dann müssten Sie den Betreiber des Onlineshops in China verklagen. Das ist extrem teuer und wenig aussichtsreich, sodass Sie in der Regel Ihre Rechte nicht durchsetzen können.
  • Qualität: Kaufen Sie beispielsweise in einem asiatischen Onlineshop ein, müssen Sie häufig Abstriche in der Qualität machen. Die Produkte entsprechen nicht unseren Anforderungen. Zudem gibt es häufig Probleme bei der Angabe der Größe und der Passgenauigkeit.
  • Bestellprozess: Der Bestellprozess entspricht oft nicht unseren Rechtsnormen, sodass Sie auf wesentliche Vertragsbestandteile und zusätzliche Kosten nicht hingewiesen werden. Die ausländischen Shopbetreiber kommen ihren Informationspflichten häufig nicht vollumfänglich nach.
  • Bezahlung: Ausländische Onlineshops bieten in der Regel keine Zahlung per Rechnung an. Vielmehr müssen Sie sich für einen unsicheren Zahlungsweg entscheiden. Häufig werden die Zahlung per Kreditkarte oder die Nutzung von Bezahldiensten wie PayPal oder Klarna angeboten. Der Käuferschutz von PayPal wird häufig ausgehebelt, sodass dieser praktisch nicht vorhanden ist.
  • Lieferzeiten: Je weiter der Onlineshop entfernt ist, umso länger dauert die Lieferung. In China-Shops sind Lieferzeiten von 6 bis 8 Wochen keine Ausnahme. Das sollten Sie einkalkulieren, wenn Sie Produkte für einen bestimmten Anlass bestellen.
  • Rückgaberecht: Häufig kommt es zu Problemen beim Widerrufsrecht oder bei Reklamationen. Unseriöse Webshops verhindern auf verschiedene Weise die Rücksendung von Waren. Unabhängig davon ist eine Rücksendung nach China oft teurer als das Produkt selbst. Die Rücksendekosten müssen Sie als Kunde in der Regel selbst tragen. Das macht eine Rückgabe von Artikeln vielfach unmöglich.

Wir raten, dass Sie sich vor einem Einkauf in einem Onlineshop genau informieren, wer für den Onlineshop verantwortlich ist und welches Recht im Zweifelsfall gilt. Wir raten generell davon ab, in ausländischen Onlineshops per Vorkasse zu bezahlen. Zu groß ist das Risiko, dass Sie auf dem finanziellen Schaden sitzen bleiben, wenn die Ware nicht Ihren Vorstellungen entspricht. Informieren Sie sich vor dem Kauf auch über Erfahrungen anderer Nutzer.

Welche Steuern und Zölle müssen Sie in ausländischen Onlineshops bezahlen? (Update: Juli 2021)

Bei Einkäufen außerhalb der Europäischen Union sollten Sie Zusatzkosten generell mit einplanen. Außerdem empfehlen wir Ihnen, dass Sie sich bei dem Händler über die genauen Bedingungen erkundigen. Finden Sie in den AGB keine Informationen zu Zollkosten oder Steuern, dann raten wir von einem Einkauf Abstand zu nehmen.

Bisher war das Risiko bei geringwertigen Produkten  noch relativ gering. Bei einem Warenwert unter 22 Euro fielen in der Regel keine Zölle oder Steuern an. Achtung: Ab dem 01.07.2021 entfällt die Zollfreigrenze für Warenlieferungen aus Nicht-EU-Ländern. Es werden 19 % Einfuhrumsatzsteuer ab dem ersten Euro Warenwert fällig. Ausgenommen sind Bücher. Hier beträgt die Einfuhrumsatzsteuer  7 %. Die Versandkosten gehören übrigens auch zum Warenwert. Außerdem müssen Sie den Wert nachweisen können. Viele China-Shops haben in der Vergangenheit auf dem Paket einen niedrigeren Wert angegeben, um der Verzollung aus dem Weg zu gehen. Diesem Gebaren wird nun ein Riegel vorgeschoben. Hinzu können jetzt noch Gebühren kommen, die durch den Versanddienstleister (z.B: die DHL) für die Erhebung und das Abführen der Einfuhrabgaben berechnet werden.

Beträgt der Warenwert unter 150 Euro, müssen Sie nur die Einfuhrumsatzsteuer bezahlen. Über 150 Euro müssen Sie neben der Einfuhrumsatzsteuer sogar noch Zollgebühren bezahlen. Damit ist der Einkauf häufig kein Schnäppchen mehr.


Einkauf in asiatischem Onlineshop: Rückgabe funktioniert nicht

Viele Verbraucher verzweifeln nach einem Einkauf in einem sogenannten China-Shop. Da die Qualität der Waren oft nicht überzeugt oder die Verbraucher die Produkte aus anderen Gründen zurückgeben möchten, kommt es zu massiven Problemen. Die Onlineshops möchten die Rücksendung vermeiden. Um das zu erreichen, werden weitere Rabatte angeboten. Oft empfehlen die Shops, dass der Kunde den Artikel im Bekanntenkreis verschenken oder verkaufen soll. Eine Rücksendeadresse bleiben einige Webshops ewig schuldig. Und selbst wenn Sie diese bekommen, ist die Rücksendung häufig so teuer, dass Sie das Produkt auch behalten können.

Da Sie auf dem Rechtsweg häufig nicht weiterkommen, können Sie nur freundlich mit PayPal oder dem Kreditkartenunternehmen verhandeln. Diese sind nicht in der Pflicht eine Rückerstattung zu veranlassen. Mit etwas Glück gelingt das auf dem Wege der Kulanz dennoch. Auf keinen Fall sollten Sie die Abbuchung von PayPal einfach zurückbuchen. Das hat häufig zur Folge, dass Sie mit einem Inkassounternehmen und Zusatzkosten konfrontiert werden, da Sie gegenüber dem Bezahldienst in der Regel zur Zahlung verpflichtet sind.

Wer hilft bei Problemen mit ausländischen Webshops?

Haben Sie Probleme mit einem Händler innerhalb der Europäischen Union können Sie sich zur Schlichtung an das Europäisches Verbraucherzentrum wenden. Dieses kümmert sich nicht nur um Ärger beim Onlineshopping, sondern auch in ganz vielen anderen Sachverhalten. Zu den Schwerpunkten gehören neben Einkaufen & Internet auch Reisen & Verkehr sowie Finanzen & Versicherungen.

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Lesen Sie in einem weiteren Ratgeber, wie Sie Fakeshops erkennen und welche Zahlungswege beim Onlineshopping sicher sind.

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