Anruf von Google – Vorsicht Betrug und gemeine Kostenfalle

Google Tablet Symbolbild
(Quelle: William Iven auf Pixabay )

Haben Sie auch einen Anruf von Google erhalten? Seit einigen Monaten rufen bundesweit falsche Google-Mitarbeiter bei Unternehmen, Selbständigen und Freiberuflern an. Es geht um die Darstellung der Firma bei Google, Google Business und einen angeblichen Vertrag, der verlängert werden muss.

Wir warnen vor gefälschten Anrufen im Namen von Google. Täglich kommt es zu neuen Anrufen im Namen des Suchmaschinenriesen. Im Visier der Kriminellen sind dabei vor allem Unternehmen und viele kleine Selbständige sowie Freiberufler. Die Ganoven nutzen den Überraschungseffekt und versuchen dem Angerufenen einen teuren Vertrag unterzujubeln. Anders als bei Verbrauchern gibt es im gewerblichen Bereich kein Widerrufsrecht, was die Angelegenheit oft verkompliziert.

Google hat mit den Fake-Anrufen natürlich nichts zu tun. Hier wird der Name des Unternehmens für unseriöse Zwecke missbraucht. Google würde Sie niemals anrufen, um Ihnen eine Vertragsverlängerung oder ein anderes Angebot zu unterbreiten. Vielmehr handelt es sich bei solchen Anrufen um Dienstleister, die im besten Fall mit Google zusammenarbeiten. In den meisten Fällen existieren die Unternehmen jedoch gar nicht und zocken nur ab.


So läuft der Anruf im Namen von Google ab

Die Kriminellen ändern permanent ihre Strategie. Allerdings verlaufen die Anrufe alle sehr ähnlich, da das Ziel bisher immer gleich blieb. Sie sollen zu einem Vertragsabschluss für einen Google Business Eintrag genötigt werden. Manchmal geht es auch um einen Eintrag im Telefonbauch „Das Örtliche“ und „Gelbe Seiten“. Auch die Suchmaschine Bing von Microsoft musste mit ihrem Namen schon herhalten.

  • Der Anruf: Sie erhalten überraschend einen Anruf. Der Anrufer stellt sich als Google-Mitarbeiter oder Mitarbeiter eines anderen großen Verlages vor. In der Regel möchte der Anrufer mit dem Chef sprechen. Allerdings werden immer häufiger auch angebliche Verträge mit beliebigen Mitarbeitern abgeschlossen.
  • Das Verkaufsgespräch: Im Telefonat erläutert der Anrufer, dass es um den Eintrag bei Google geht. Es wird darüber gesprochen, dass das Unternehmen ja auf der ersten Seite von Google gefunden werden möchte. Angeblich wäre der Google-Vertrag nur im ersten Jahr kostenlos. Jetzt kann der Vertrag kostenpflichtig verlängert werden. Findet das nicht statt, würde die Firma bei Google rausfliegen. Die Kosten für die Verlängerung betragen häufig 800 Euro, manchmal auch etwas mehr.
  • Der Abschluss: In einigen Fällen soll der Vertragsabschluss mit einer Tonbandaufnahme besiegelt werden. Doch ganz oft wird auch am Telefon einfach so ein Vertrag abgeschlossen, ob der Kunde das möchte oder nicht. Auch wenn sich der Kunde zunächst nur Infomaterial zusenden lässt, wird das als Vertragsabschluss gewertet.
  • Die Rechnung: Nach wenigen Tagen flattert dann die Rechnung für den Google Business Eintrag oder die Suchmaschinenoptimierung ins Haus. Diese sollten Sie auf keinen Fall voreilig bezahlen, wenn Sie bei der Firma keinen Auftrag auslösen wollten.

Wird der Google-Eintrag wirklich kostenpflichtig?

Nein, weder Ihre Position in der Suchmaschine noch der Google Business-Eintrag ist kostenpflichtig. Das ist schlicht gelogen und soll nur dazu dienen, dass Sie einen kostenpflichtigen Vertrag abschließen. Diesen benötigen Sie in der Regel nicht und er bringt Ihnen auch keine Vorteile. Google Business ist und bleibt kostenlos.

Mitunter geht es jedoch auch um Werbeanzeigen, die im Rahmen des Telefonats verkauft werden. Diese sind natürlich bei Google wie bei Telefonbuchverlagen oder anderen Anbietern kostenpflichtig. Allerdings kann Ihnen der Anbieter hier allenfalls bei der Optimierung und Gestaltung helfen. Die Kosten für die Anzeige, wenn Sie diese dann schalten, müssen Sie selbst an Google bezahlen.

Kann der Anrufer den ersten Platz bei Google versprechen?

Nein, dass ist nicht möglich. Sie können über den Suchergebnissen grundsätzlich nur mit einer kostenpflichtigen Werbeanzeige präsentiert werden. Eine Garantie gibt es jedoch auch dafür nicht. Die dubiosen Anrufer versprechen aber oft eine Platzierung auf der ersten Seite ohne Werbeanzeige. Das kann Ihnen niemand versprechen. Und das können Sie auch nicht durch Zahlung eines Jahresbeitrages erreichen. Wer auf der ersten Seite angezeigt wird, bestimmt Google anhand zahlreicher Kriterien, die nicht bekannt sind.

Was sollten Sie nach dem vermeintlichen Anruf von Google tun?

Viele Unternehmer und Selbständige haben nach dem Anruf Angst. Die Anrufer treten oft sehr energisch auf und erwecken den Eindruck, dass jeglicher Widerspruch zwecklos ist. Oft wird die Rechnung auch gegen den Willen des Angerufenen angekündigt. Leider können Sie vorbeugend nichts unternehmen. Sie müssen warten bis Sie eine Rechnung in der Hand halten. Meist kommt diese innerhalb weniger Tage.

Was müssen Sie tun, wenn die Rechnung kommt?

Auf keinen Fall sollten Sie die Rechnung für dubiose Dienstleistungen ungeprüft bezahlen, wenn Sie diese eigentlich gar nicht in Anspruch nehmen möchten. Die Rechnungen für die angebliche Google-Platzierung oder den Telefonbucheintrag kommt im Namen unterschiedlicher Unternehmen. Die Firmennamen wechseln ständig.

Gerne können Sie die Rechnung von unserer Redaktion überprüfen lassen. Senden Sie diese dafür an redaktion@dermike.de. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie darauf reagieren können. Auf keinen Fall sollten Sie den Kopf in den Sand stecken und die Rechnung einfach liegen lassen. Abhängig ist das immer von der verwendeten Masche und den Begleitumständen.

  • Rechnungssteller existiert: In diesem Fall sollten Sie die Rechnung auf jeden Fall zurückweisen und den Vertragsabschluss bestreiten. Lässt die Firma dennoch nicht locker, ist unter Umständen die Einschaltung eines Rechtsanwaltes zur Forderungsabwehr notwendig. Gern empfehlen wir Ihnen einen spezialisierten Anwalt.
  • Firma existiert nicht: Wenn der Aussteller der Rechnung gar nicht existiert, müssen Sie sich nicht so viele Gedanken machen. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass der geforderte Betrag eingeklagt wird.
  • Post vom Inkassounternehmen: Sie sollten auf jeden Fall reagieren, wenn Sie nach der Rechnung eine Mahnung von einem Inkassounternehmen oder gar einen Mahnbescheid vom Amtsgericht bekommen.

Wir können Sie sich vor unseriösen Anrufen schützen?

Als Unternehmen haben Sie leider wenig Möglichkeiten, sich generell vor solchen Anrufen zu schützen. Schließlich geben Sie Ihre Telefonnummer bekannt und so kann Sie jeder anrufen. Zwar sind unerlaubte Werbeanrufe auch im geschäftlichen Umfeld nicht generell erlaubt. Kriminelle interessieren solche Verbote jedoch nicht.

Im Falle der Google-Anrufe ist es allerdings sehr einfach. Wenn der Anrufer sich als Google-Mitarbeiter vorstellt, raten wir sofort aufzulegen. Google wird Sie niemals ohne vorherige Ankündigung oder einen Ihnen bekannten Grund anrufen. In Ihrem Google-Konto können Sie als zahlender Kunde zudem jederzeit nachsehen, ob es offene Posten gibt.

Diese Telefonnummern sind im Internet zu den Google-Anrufen bekannt

Im Internet beschweren sich zahlreiche Nutzer über die unseriösen Anrufe im Namen von Google. Dort ist auch zu sehen, dass die Geschäftemacher jede Menge verschiedene Telefonnummern verwenden. Diese führen alle nicht zu den tatsächlichen Anrufern. Vielmehr wird die Telefonnummer des Absenders per Call-ID-Spoofing in den meisten Fällen gefälscht. Wenn Sie zurückrufen ist die Telefonnummer entweder nicht vergeben oder Sie kommen bei einem Nutzer heraus, der mit den Anrufen gar nichts zu tun hat.

Mit den nachfolgenden Telefonnummern haben falsche Google-Mitarbeiter bereits angerufen:

06996759055, 06996758369, 030439709630, 06996759392, 06934861121, 06996758366, 06996759391, 06996758365, 06996758363, 06934868030, 06996758364, 06996786618, 06996759393, 06996786657, 06996786650, 06996786551, 06996759052, 023158690500

Sie wurden auch angerufen, aber unter einer anderen Telefonnummer? Bitte senden Sie uns die Telefonnummer mit einer kurzen Beschreibung des Gesprächsverlaufes an redaktion@dermike.de.

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