Vorsicht Betrug: Gewinntransport soll mit Steamkarten bezahlt werden

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(Foto: luismolinero auf stock.adobe.com)

Ein Anruf und die Mitteilung, Sie haben gewonnen – kann Sie in helle Aufregung versetzen. Da kommt es gar nicht so selten vor, dass sich Verbraucher auf die kuriosesten Sachen einlassen. Nur um den Gewinn zu erhalten. Warum Sie einen Gewinn nie mit Steamkarten oder anderen Guthabenkarten bezahlen sollten, verraten wir Ihnen.

Kriminelle haben ein schier unerschöpfliches Arsenal an Trickbetrügereien. Fast jede Woche erfahren wir von neuen Betrugsmaschen, die den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen. Da sind die doppelten Facebookprofile oder die Jobangebote als Tester im Homeoffice nur zwei Varianten. Doch eine Masche zieht bei Verbrauchern besonders gut. Die Rede ist vom großen Gewinn. Wer möchte nicht gerne einen Batzen Geld sein Eigen nennen? Wir schließen uns hier gar nicht aus. Auch wenn Geld allein nicht glücklich macht, so beruhigt es zumindest.

Und genau aus diesem Grund haben es die Betrüger mit der Steamkarten-Masche so einfach. Sie möchten schnell an Ihren Gewinn und würden dafür fast alles tun. Gutgläubige Verbraucher sind am Telefon schnell überredet. Das Vertrauen der Opfer – darauf kommt es den Tätern an. Da dieser Trick ohne Komplizen nicht funktioniert, arbeiten meist mehrere Täter zusammen.


Hätten Sie das gewusst?
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Wie funktioniert der Trick mit den Steamkarten/Guthabenkarten?

Zunächst werden Sie von einer Person A angerufen. Diese überbringt die frohe Botschaft vom Gewinn. Mehrere tausend Euro werden Ihnen in Aussicht gestellt. So weit, so gut. Die Person A kündigt in der Regel einen weiteren Anruf einer Person B (meist Sicherheitsunternehmen oder Bundesbank) wegen der Geldübergabe an. Dieser Anruf erfolgt häufig einen Tag später. So kann der unmittelbare Zusammenhang hergestellt werden.

Anrufer B ist sehr wortgewandt und verwickelt die Opfer in ein tolles Gespräch. Während zunächst belanglos über den Gewinn geredet wird und was Sie damit machen wollen, geht es irgendwann ans Eingemachte. Denn Person B offenbart Ihnen, dass die Transportkosten und die Kosten für den anwesenden Notar bei der Geldübergabe im Voraus zu zahlen sind. Dafür sollen Sie Steamkarten oder andere Guthabenkarten kaufen. Manchmal werden Sie auch zu einer Überweisung gedrängt. Meist sollen Sie mehrere hundert Euro bezahlen. Spätestens hier sollten Sie stutzig werden.

Wie kommen die Täter an Ihr Geld?

Warum sollen Sie für den Gewinn bezahlen und warum kann das Geld für die Kosten nicht einfach vom Gewinn abgezogen werden? Das sind berechtigte Fragen. Fallen Sie auf den Vorschussbetrug nicht herein. Zahlen Sie keine Gelder im Voraus.

In der Regel vergehen nach diesem zweiten Anruf mehrere Tage, damit Sie die Steamkarten besorgen können. Bei dem dritten Anruf bauen die Täter ordentlich Druck auf. Sie drohen mit dem Verfall des Gewinns, wenn nicht sofort gezahlt wird. Sie müssen nur die Codes auf den Guthabenkarten freirubbeln und dem Anrufer am Telefon vorlesen.

Die Täter prüfen in Echtzeit, ob die Codes echt sind. In dem Moment, wo Sie den Code der Guthabenkarten ansagen, geben die Täter diesen ein und lösen das Geld ein. Und Sie sind Ihr Geld los. Der Vorgang ist abgeschlossen. Sie hören von den Tätern nichts mehr. Und natürlich bleibt auch der Gewinn aus.

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Was sind Guthabenkarten und welche werden verwendet?

Diese Betrugsmasche ist nicht mehr nur auf Steamkarten begrenzt. Alle folgenden im Handel erhältlichen Guthabenkarten sind schon zum Einsatz gekommen.

  • Steamkarten
  • Amazon-Guthabenkarten
  • Playstation-Guthaben
  • Guthabenkarten für Google-Play
  • iTunes-Karten

Steam und Playstation sind Vertriebsplattformen für Spiele, Computer, Filme und Serien im Internet. Mit den Guthaben-Karten erwerben Sie Spiele oder kaufen in Spielen ein. Auf den Karten rubbeln Sie einen Code frei. Damit wird das Geld bei Eingabe freigeschaltet. Das System ähnelt dem Aufladen von Prepaid-Karten. Haben Sie den Code einmal eingegeben, ist er vom System gebucht. Sie können das Geld nicht wiedererlangen.

Folgende Rufnummern sind uns bekannt

Im Zusammenhang mit diesem Trickbetrug sind uns schon Rufnummern bekannt. Bei folgenden Nummern sollten Sie vorsichtig sein und besser nicht ans Telefon gehen oder gleich wieder auflegen:

  • 056194039005
  • 035864572983
  • 0303192352736
  • 03021446830
  • 083329599030
  • 01771781143
  • 03032273692
  • 0302241395
  • 0308327495234
  • 051519969557
  • 0307593419

Sollten Sie einen Gewinnanruf von einer anderen Nummer erhalten haben, senden Sie uns diese bitte per E-Mail an redaktion@dermike.de. Mit Ihrer Hilfe können wir andere Leser schneller warnen.

Übrigens: Die im Display angezeigte Rufnummer ist kein Beweis dafür, dass tatsächlich von dieser Nummer angerufen wurden. Die Täter können die Rufnummer manipulieren.

So schützen Sie sich vor der Abzocke am Telefon

Damit Sie auf diese Abzocke via Telefon nicht hereinfallen, sollten Sie ein paar grundsätzliche Regeln beachten. Stellen Sie sich zunächst die Frage, ob Sie an einem Gewinnspiel teilgenommen haben? Ist dies nicht der Fall, können Sie auch nichts gewinnen. Sind Sie sich nicht sicher, ob es sich um Betrüger handelt? Dann ziehen Sie einer weitere vertrauensvolle Person zu dem Gespräch hinzu. Lassen Sie sich nicht überrumpeln und gehen Sie nicht auf die Forderungen der Anrufer ein. Beenden Sie das Telefonat, indem Sie auflegen, falls Sie sich dem Gespräch nicht gewachsen sehen.

Über derartige Anrufe sollten Sie die Polizei immer informieren. Für das Gespräch mit den Beamten halten Sie die folgenden Informationen bereit:

  • Gesprächsverlauf
  • Uhrzeit des Anrufs
  • Nummer des Anrufers
  • Name des Anrufers (auch wenn dieser vermutlich gefälscht ist)

Sie sollten für den Anruf mit der Polizei nicht die Notrufnummer wählen. Gehen Sie entweder vor Ort in die Behörde oder suchen Sie im örtlichen Telefonbuch nach der Nummer des Polizeireviers.

Sie sind auf den Trick mit den Steamkarten hereingefallen?

Auch dann bleibt der Kontakt mit der Polizei nicht aus. Auch wenn es Ihnen peinlich ist, sollten Sie Anzeige erstatten. Dafür sollten Sie die oben genannten Informationen parat haben. Manchmal ist es besser vor Ort die Anzeige zu erstatten, als online im Internet.

Lesen Sie auch diese Warnungen, die wir gerade veröffentlicht haben.

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